'Tagesaktuell' - Redaktion Harald Jeschke Sonderseiten


Sitemap Archiv •    13.Kalenderwoche: 25. März
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Dienstag, 26. März 2024

Ordnungsamt, Polizei und weitere Netzwerkpartner kontrollierten Gewerbebetriebe
Mitarbeitende des Bürger- und Ordnungsamtes der Stadt Duisburg, der Polizei und weiterer Netzwerkpartner kontrollierten am vergangenen Donnerstag, 21. März, in einem behördenübergreifenden Schwerpunkteinsatz zahlreiche Gewerbeobjekte in Duisburg-Mitte und im Duisburger Westen.


„Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern gehen wir mit einer NullToleranz-Strategie verstärkt gegen kriminelle Machenschaften vor. Wir werden die Zusammenarbeit weiter intensivieren, um ordnungs- und gewerberechtliche Verstöße im Stadtgebiet konsequent zu ahnden“, so Oberbürgermeister Sören Link.


Bei der Kontrolle einer Mehrfachspielhalle wurde ein Geldspielgerät ohne die nach den Vorgaben der Spieleverordnung erforderliche Prüfplakette festgestellt. Das Bespielen dieses Gerätes wurde noch während der Kontrolle untersagt. Weiterhin war nur eine verantwortliche Person vor Ort, obwohl für jeden einzelnen Betriebsteil eine Aufsicht anwesend sein müsste. Die Einsatzkräfte schlossen die Spielhalle daher vorerst. Der Betreiber hat mit der Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens sowie mit der Überprüfung seiner gewerberechtlichen Zuverlässigkeit zu rechnen.


Bei der Kontrolle eines Lebensmittelgeschäfts entdeckten die Einsatzkräfte ein vollständig eingerichtetes Friseurstudio. In diesem Fall wurde die erforderliche Meisterpflicht missachtet. Der Betreiber hat mit einem hohen Bußgeld und der Einleitung eines Handwerksuntersagungsverfahren zu rechnen. Auch eine anschließend kontrollierte Bäckerei wurde vom Betreiber ohne den erforderlichen Meisterbrief betrieben. Gegen den Betreiber werden ebenfalls entsprechende Verfahren eingeleitet.


Insgesamt wurden durch das Bürger- und Ordnungsamt vier Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz, drei Verstöße gegen den Datenschutz, ein Verstoß gegen die Spielverordnung, drei Verstöße gegen den Glücksspielstaatsvertrag, sechs Verstöße gegen jugendschutzrechtliche Kennzeichnungspflichten, drei lebensmittelrechtliche Verstöße, ein Verstoß gegen die Gewerbeordnung, zwei Verstöße gegen die Preisangabenverordnung, drei baurechtliche Verstöße sowie zwei Pfandverstöße festgestellt.


Darüber hinaus sind noch fünf abgelaufene Feuerlöscher in den kontrollierten Gewerbebetrieben aufgefallen. Die Polizei stellte vier Säcke mit gefälschter Markenkleidung sicher und leitete eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Markengesetz ein.

„Die von Oberbürgermeister Sören Link initiierte personelle Verstärkung des Bürger- und Ordnungsamtes ermöglicht uns, die gemeinsamen Kontrollen mit der Polizei und den weiteren Netzwerkpartnern deutlich auszubauen und so den Kontrolldruck zu erhöhen“, betont Frank van Staa, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes.


Neue Schule, neues Ticket: DVG startet Frühbucheraktion für das Deutschlandticket Schule   Für viele Kinder steht im Sommer der Wechsel auf eine weiterführende Schule an. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) startet daher ihre Deutschlandticket Schule-Frühbucheraktion. Die DVG empfiehlt allen Eltern, sich möglichst früh um das Ticket für ihre Kinder zu kümmern. Dadurch können sie Wartezeiten im Kundencenter umgehen.  


Eltern können das Deutschlandticket Schule für ihre Kinder über die DVG-Internetseite oder per E-Mail bequem von zuhause aus beantragen. Wer das Ticket dennoch im DVG-Kundencenter kaufen möchte, kann sich vorher einen Termin online buchen, um Wartezeiten im Kundencenter zu vermeiden. Wer online einen Termin buchen möchte, kann dies über die DVG-Internetseite unter www.dvg-duisburg.de/terminbuchung machen.  


Mit dem Deutschlandticket Schule können Schülerinnen und Schüler das ganze Jahr über in Deutschland mit Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs sowie mit der Regionalbahn, dem Regionalexpress und der S-Bahn fahren. Das Ticket kostet 29 Euro pro Monat. Die DVG hat allen Duisburger Grundschulen Informationsmaterial rund um das Thema Mobilität in Bus und Bahn zur Verfügung gestellt.  

Weitere Informationen zum Ticket und zum Portal gibt es auf der Internetseite der DVG unter www.dvg-duisburg.de/deutschlandticket-schule.  


Osteraktion im Kundencenter
Zu Ostern hat sich die DVG eine besondere Aktion für ihre Fahrgäste einfallen lassen. Wer am Mittwoch, 27. März, zwischen 8 und 16 Uhr in das DVG-Kundencenter kommt, kann am Glücksrad drehen und tolle Gewinne vom Osterhasen höchstpersönlich entgegennehmen. Von MSV-Tickets über Shaker bis hin zu DVG-Tassen ist einiges dabei.  
Verkehrsinformationen zu Bus und Bahn gibt es im Internet unter www.dvg-duisburg.de, bei der Service-Hotline unter der Rufnummer 0203 60 44 555 und in der myDVG Bus&Bahn-App.



Meldepflicht: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit mindestens 20 Mitarbeitern sind verpflichtet, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Diese Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben der Agentur für Arbeit bis spätestens 31. März 2024 ihre Beschäftigungsdaten anzuzeigen. Diese Frist kann nicht verlängert werden.


Am schnellsten und einfachsten geht es elektronisch. Kostenlose Software zur Meldung von Beschäftigten Um die Anzeige zu erstellen, können Unternehmen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage
www.iw-elan.de unter der Rubrik „Software“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden. Seit dem Anzeigejahr 2021 ist die elektronische Anzeige mit IW-Elan noch einfacher: Es ist keine Unterschrift und kein postalischer Versand der Anzeige mehr erforderlich.


Kommen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihrer Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine sogenannte Ausgleichsabgabe zu zahlen, die auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt wird. Ob eine Ausgleichsabgabe an das örtliche Integrationsamt gezahlt werden muss, kann ebenso über die Software berechnet werden. Weitere Informationen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen, die nicht pauschal, sondern gestaffelt erhoben wird.


Beschäftigungsquote für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber
Höhe der Abgabe je Monat und unbesetztem Arbeitsplatz 3 Prozent bis unter 5 Prozent 140,- Euro 2 Prozent bis unter 3 Prozent 245,- Euro unter 2 Prozent 360,- Euro    


Regelungen für kleinere Betriebe Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 140 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen. Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 140 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 245 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.


Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss. Ausblick Mit dem Gesetz zum inklusiven Arbeitsmarkt wurde seit dem 01.01.2024 die Ausgleichsabgabe durch die Einführung einer neuen Staffel erhöht. Sie betrifft diejenigen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die keine schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer beschäftigen und kann je nach Betriebsgröße monatlich bis zu 720 Euro betragen.

Da die Abrechnung immer im Folgejahr erfolgt, kommt der neue Staffelbetrag ab 2025 finanziell zum Tragen. Kontakt und Information Fragen zur Ausgleichsabgabe können Arbeitgebende per E-Mail an diese Adresse senden: Essen.061-OS@arbeitsagentur.de.  


DFG fördert Studie zur Internetsucht an der Uni Duisburg-Essen mit fünf Millionen Euro
Was macht internetsüchtig und wie lässt sich dieses Suchtverhalten ändern? Diesen Fragen geht eine transregionale Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Matthias Brand von der Fakultät für Informatik und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen nach. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt in den kommenden drei Jahren mit rund fünf Millionen Euro.


Was der Online-Sucht zugrunde liegt, erforscht das Expertenteam bereits seit drei Jahren mit Unterstützung der DFG, jetzt wird die Gruppe erweitert und die Fragestellung auf psychologische und neurobiologische Mechanismen konzentriert. Dafür befragen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erneut rund die Hälfte der über 1.100 Personen mit sowohl unproblematischem als auch riskantem und pathologischem Verhalten. Sie haben sich bereits in der ersten Förderperiode an Fragebögen, Interviews, experimentellen Paradigmen sowie Hirnscans beteiligt. Die Forschenden wollen so einen mehrere Jahre umfassenden Verlauf darstellen, der die verschiedenen Stadien des Suchtprozesses aufzeigt. idr



Geänderte Öffnungszeit der Agentur für Arbeit am Gründonnerstag
Am Donnerstag, 28. März 2024 (Gründonnerstag), ist das Gebäude der Agentur für Arbeit Duisburg an der Wintgensstrasse 29-33 ab 15:30 Uhr geschlossen. Das Servicecenter der Agentur für Arbeit ist wie gewohnt unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 555500 in der Zeit von 08:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.    
Kundinnen und Kunden der Arbeitsagentur Duisburg stehen darüber hinaus unsere eServices unter www.arbeitsagentur.de/eServices zur Verfügung.

Bilanz der 45. Duisburger Akzente 2024 „Familienbande“

In seiner 45. Auflage stand die Familie im Mittelpunkt des Duisburger Kulturfestivals. Unter dem Thema „Familienbande“ präsentierten die Akzente über 90 Veranstaltungen innerhalb von drei Wochen und bewiesen erneut, wie abwechslungsreich und spannend Kultur sein kann. „Bei meinen ersten Akzenten als Duisburger Kulturdezernentin war ich überwältigt von der Vielseitigkeit des Programms. Besonders begeistert hat mich der Tanzmarathon auf dem Dellplatz, wo das Motto der Akzente von zahlreichen Familien großartig umgesetzt wurde“, so Kulturdezernentin Linda Wagner.


Schauspiel-Intendant Michael Steindl blickt sehr zufrieden auf das diesjährige Theatertreffen der Duisburger Akzente zurück: „Familie ist ein Thema, das alle angeht. Und es ist gelungen, es in vielen Facetten mit herausragenden und vom Publikum gefeierten Gastspielen aus Hamburg, Dresden und Berlin, aber auch mit zwei außergewöhnlichen Eigenproduktionen zu bespielen.“


Schon in der Eröffnungsinszenierung „Intervention!“ des Thalia Theaters Hamburg begeisterte Iffland-Ring-Träger Jens Harzer als Markus das Duisburger Publikum. „Besser und witziger hätte der Auftakt der Akzente mit dem Motto ‚Familienbande‘ nicht sein können“, urteilte die Presse und war auch voll des Lobes über die Gastspiele des Staatsschauspiel Dresden mit Heinrich von Kleist „Die Familie Schroffenstein“ („Eine wahre Sensation ist die Bühne.“) und der Volksbühne Berlin mit „Sistas!“von Golda Barton nach Anton Tschechows „Drei Schwestern“ („Riesenapplaus für das Berliner Gastspiel, das die Familienbande-Akzente bereichert hat.“).


Auch die beiden Premieren der Schauspiel Duisburg-Eigenproduktionen im Rahmen des Festivals – „Girls & Boys“ von Dennis Kelly und „Keimzellen“ von Rébecca Déraspe – stießen auf überregionale Beachtung. Insgesamt kamen knapp 3.500 Zuschauerinnen und Zuschauer zum Theatertreffen und so freut sich Schauspiel-Intendant Michael Steindl bereits auf die nächste Ausgabe 2025. Weitere Höhepunkte bildeten das Literatur- und Musikprogramm.


„Der WDR Bigband mit der Jazzpreisträgerin Caris Hermes im nahezu ausverkauften Theater am Marientor zuzuhören, war ein absoluter Genuss“, berichtet Petra Schröder, Geschäftsleiterin der Kulturbetriebe. „Zudem hat mich auch der Zuschauerzuspruch an den Projekten der freien Kunst- und Kulturszene beeindruckt. Sowohl beispielsweise die erste Ausstellungseröffnung einer Duisburger Künstlerin in der Cubus Kunsthalle als auch die Premiere des Kaiser Antonino Dance Ensembles im DKM waren bis auf den letzten Platz belegt – ein klares Signal, dass die Akzente als spartenübergreifendes Festival wahr- und angenommen werden.


Lediglich die World Press Photo Ausstellung „Ties that Bind“ blieb ein wenig hinter den Zuschauererwartungen zurück. „Allerdings waren alle Besucher der Ausstellung durchweg begeistert, da sie auf wunderbare Weise die Vielschichtigkeit von Familie zeigte“, resümiert Clemens Richert, Festivalkoordinator der Duisburger Akzente.


„Unser Dank gilt allen Programmverantwortlichen und insbesondere unseren Partnern, dem Land NRW und der Sparkasse Duisburg. Ohne sie wäre ein so reichhaltiges Programm nicht möglich“, so Linda Wagner, die – unter dem Motto: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ – auch einen Blick in die Zukunft wirft: „Die 46. Duisburger Akzente 2025 werden unter dem Thema ‚Sein und Schein‘, voraussichtlich vom 14. März bis 6. April 2025 stattfinden.“


Vor 10 Jahren in der BZ: Fassade des Stadtfensters nimmt Konturen an

Es geht endlich voran beim Einbau der Fassade - haje



Kontraste Freizeit-Projekt für Jugendliche - im April 2024 in Duisburg-Ruhrort.
Ihr habt Lust Kostüme zu entwerfen und auf der Bühne zu stehen? Das Thema ist „Kontraste“. Was fällt euch dazu ein? Seid dabei, wir freuen uns auf euch!  Unsere Idee: Wo gibt es Kontraste in unserem Leben? Habe ich mit Benachteiligung und Ausgrenzung zu tun? Bin ich in einer Gruppe stärker, wenn ich unsichtbar bin? Will ich um jeden Preis dazugehören? Oder wie zeige ich, wer ich wirklich bin?   Wir entwerfen die Kostüme und bringen auf die Bühne, was ihr möchtet: eine Show, ein Theaterstück oder einen Tanz oder, oder, oder ... Alles ist denkbar.  


Ergänzt wird der Workshop durch eine Videoinstallation, die bei der Aufführung gezeigt wird und die sich auch mit dem Thema „Kontraste“ in der Gesellschaft und in Duisburg beschäftigt. Alle Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sind willkommen. (Maximale Teilnehmerzahl: 25) Das Angebot ist kostenfrei.  

08.04.2024 – 12.04.2024 und 15.04.2024 – 19.04.2024 montags bis freitags, jeweils von 16 Uhr bis 18.30 Uhr Samstag, 20.04.2024 Generalprobe und Aufbau von 12 Uhr bis 15 Uhr Sonntag, 21.04.2024 Aufführung (Performance und Videoinstallation) 15 Uhr Lokal Harmonie, Harmoniestraße 41, 47119 Duisburg-Ruhrort  

Agnieszka Dutkiewicz ist Kostümdesignerin und Textilkünstlerin, die neben der Ausstattung von Filmprojekten sowie Ausstellungen bereits einige Workshops mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt hat.  
Ömer Pekyürek ist ein international preisgekrönter Filmemacher, der sich in seinen Filmen mit den Themen Migration, Ausgrenzung und kulturelle Vielfalt beschäftigt.

Was muss ich machen, um dabei zu sein: Bitte unbedingt vorher per Mail anmelden: a.dutkiewicz@gmx.de  

"Kontraste" ist ein Teilprojekt von Ruhrort2030. Ruhrort2030 ist ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt von ecce – european centre for creative economy GmbH.


Rescaling: Massenentlassungen trotz Fachkräftemangel werden zunehmen
Die Analyse der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA): Autoindustrie in der Krise, Chemie verlässt Deutschland, KI verändert viele Jobs oder macht sie obsolet BWA-Geschäftsführer Harald Müller: „Unternehmen müssen ihre Personal­abteilungen für Rescaling aufstellen.“

 
Massenentlassungen sind in immer mehr Industrieunternehmen an der Tagesordnung, während die Wirtschaft gleichzeitig vom anhaltenden Fachkräftemangel geplagt wird. Diese auf den ersten Blick paradoxe Situation wird sich künftig weiter verschärfen, prognostiziert Harald Müller, Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). Als Gründe dafür nennt er die Deindustrialisierung Deutschlands sowie den steigenden internationalen Innovations-, Wettbewerbs- und Kostendruck. Die Unternehmen müssten darauf mit Rescaling – also der strategischen Neuausrichtung ihres Personals auf allen Ebenen – reagieren.


Doch die meisten Personalabteilungen seien dafür nicht gut aufgestellt, weiß der Akademie-Chef aus vielen Gesprächen und Projekten. Autoindustrie und Chemie wandern aus Deutschland ab Harald Müller gibt ein Beispiel für den Bedarf an Rescaling: „Das Umschwenken der Automobil­industrie vom Verbrenner auf E-Mobilität macht viele hochbezahlte Spezialisten auch bei den Zulieferern überflüssig. Diese Fachleute werden nicht etwa umgeschult, sondern zuhauf auf den Arbeitsmarkt entlassen. Doch sie kommen durchweg von einem hohen Gehaltsniveau und finden schwerlich neue Arbeitgeber, die ähnlich gut bezahlen. Das wird zu einem Kaufkraftverlust in Deutschland auf breiter Front führen.“ 


Neben der Automobilbranche stehe die Chemische Industrie angesichts der anhaltenden Unsicherheit, ob langfristig genügend bezahlbare Energie für die Produktion in Deutschland zur Verfügung stehe, vor dem Aus hierzulande. „Wir sehen seit einiger Zeit nur noch Ersatzinvestitionen in Deutschland. Neuinvestitionen finden überwiegend im Ausland statt“, stellt Harald Müller fest. Daher stünden auch in der Chemie viele hochbezahlte Fachkräfte vor einem Karriereknick, weil die „Auffangquote“ für diese Spezialberufe in anderen Branchen niedrig sei.


„Die Abwanderung der Chemie wird nicht mehr aufzuhalten sein, weil diese Branche eine Planungssicherheit von mindestens zehn Jahren benötigt, die sie in Deutschland nicht findet“, blickt Harald Müller sorgenvoll in die Zukunft. Innovations-, Wettbewerbs- und Kostendruck Hinzu kommt der wachsende Wettbewerbs- und Kostendruck aus Osteuropa, China und den ASEAN-Staaten sowie das hohe Innovationstempo der US-Wirtschaft.

Viele deutsche Konzerne und Großunternehmen reagieren darauf mit einer radikalen Verschlankung beim Personalbestand, vor allem im mittleren Management, analysiert BWA-Geschäftsführer Harald Müller. Er sagt: „Durch den Abbau ganzer Hierarchiestufen wollen die Firmen nicht nur im großen Stil Kosten sparen, sondern auch die Entscheidungsgeschwindigkeit in ihren Organisationen signifikant verbessern, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“


Nach Einschätzung von BWA-Chef Harald Müller ist das Aufblähen der Organisationsstrukturen um immer neue Managementebenen in weiten Teilen der Wirtschaft schon seit Jahren als Problemkreis bekannt. „Jetzt packen es die Firmen endlich an“, hat er in Gesprächen mit zahlreichen Vorständen aus der Industrie festgestellt, weil „viele Topmanager die Angst umtreibt, am Ende wie der letzte CEO von Nokia dazustehen, der mit einer viel zu großen Organisation am Innovationstempo des Wettbewerbs gescheitert ist.“


„Nadelöhr ist die Ressource Mensch“
Das „Nadelöhr“ beim Rescaling – der besseren Nutzung der „Ressource Mensch“ – stellen die Personalabteilungen dar, heißt es bei der Bonner Wirtschafts-Akademie. „Die meisten HR-Departments haben längst ihre strategische Ausrichtung verloren und sind nur noch Handlanger des Controllings“, sagt BWA-Chef Harald Müller. So seien die Personalleiter in der Regel gar nicht in der Lage, das Potenzial der vorhandenen Belegschaft in Bezug auf Know-how, Leistungsfähigkeit und ‑bereitschaft sowie Entwicklungsmöglichkeiten zu bewerten. 


„Ich kann nur jedem Unternehmen empfehlen, seine Personalabteilung so rasch wie möglich wieder in die Lage zu versetzen, beim anstehenden Rescaling eine aktive Rolle zu übernehmen“, mahnt BWA-Chef Harald Müller. Dazu gehöre eine strukturierte Planung, welche Personalstärke mit welchen Fähigkeiten man in den nächsten zehn Jahren benötigt.

„Nur wer eine klare Vorstellung von der Zukunft hat, kann seine Belegschaft systematisch auf dieses Ziel hin entwickeln“, spricht Harald Müller aus, was er von vielen HR-Verantwortlichen hört. Doch die meisten Personalabteilungen haben nicht einmal die Kapazitäten, um den Ist-Zustand („wer kann was im Unternehmen?“) festzustellen, geschweige denn ein Soll-Ziel zu formulieren („welche Fähigkeiten benötigen wir künftig in welcher Personalstärke?“).


„Diffuse Klarheit über Künstliche Intelligenz“ Nach Einschätzung des BWA-Geschäftsführers ist mit Künstlicher Intelligenz (KI) ein weiterer Unsicherheitsfaktor bei der Personalplanung hinzugekommen. „Auf Vorstandsebene gibt es in der Regel eine diffuse Klarheit darüber, dass KI das ganze Unternehmen durchschütteln wird“, weiß Harald Müller aus zahlreichen CEO-Gesprächen. „Aber die Auswirkungen auf die Personalplanung liegen überwiegend völlig im Dunkeln“, hat er auch bemerkt.

Die Bonner Wirtschafts-Akademie rät den Unternehmen zu einer „aktiven Rescaling-Strategie statt sich von den Entwicklungen überrollen zu lassen und nur auf Kostensenkung durch Massen­entlassungen zu setzen.“


Als Schlüsselelemente für diese zielgerichtete Ausrichtung von Management und Belegschaft auf die Zukunft nennt die BWA eine systematische Bestandsaufnahme der vorhandenen Mitarbeitenden über alle Hierarchien hinweg und darauf basierend eine Weiterbildungsbedarfsanalyse. „KI wird über kurz oder lang bei Fach- und Führungskräften auf allen Ebenen ankommen“, gibt Harald Müller ein Beispiel, und schlussfolgert: „Also sind die Unternehmen gut beraten, ein breit angelegtes KI-Schulungskonzept zu entwickeln und auszurollen.“


Dabei geht es nach seiner Einschätzung weniger darum, den Umgang mit einem spezifischen KI-Tool zu vermitteln als vielmehr die Sensibilität dafür zu wecken, wo und wie sich KI in der Organisation einsetzen lässt, um Produktivität, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.


Politischer Plan für den Strukturwandel unerlässlich
„Wenn die Autoindustrie und die Chemie mit ihren umfangreichen Zuliefernetzwerken aus Deutschland abwandern und parallel dazu zigtausende Arbeitsplätze durch Künstliche Intelligenz vernichtet werden, dann braucht man einen wirtschafts- und sozialpolitischen Plan für diesen Strukturwandel“, appelliert Akademie-Geschäftsführer Harald Müller an die Politik. Er sagt: „Die Politik muss erkennen, dass sich Fachkräftemangel und Massenentlassungen nicht ausgleichen, sondern beides eigenständige Problemfelder darstellen.“


Harald Müller verdeutlicht die Zusammenhänge: „Unser gesamter Sozialstaat hängt von einer starken Wirtschaft ab: Rente, Krankenversicherung, Sozialleistungen. Ohne eine leistungsfähige Wirtschaft in Deutschland wird der Wohlfahrtsstaat nicht zu halten sein. Die politischen Verwerfungen einer solchen Entwicklung sind längst sichtbar.“ Der BWA-Chef hält die anstehenden Umwälzungen für vergleichbar mit dem Strukturwandel der ehemaligen Montanunion, „aber nicht auf das Revier beschränkt, sondern bundesweit. Im Grunde braucht ganz Deutschland ein Rescaling.“


Ferien-Schreibwerkstatt für Jugendliche in Buchholz

Die Bezirksbibliothek Buchholz, Sittardsberger Allee 14, lädt Jugendliche von 9 bis 13 Jahren ab Dienstag, 26. März, zu einer mehrtägigen Schreibwerkstatt ein. An insgesamt fünf Ferientagen nimmt die Journalistin und Autorin Monika Hanewinkel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils von 10.30 bis 13 Uhr mit auf ein Abenteuer rund um Käpt´n Crown und seine wilde Piratenhorde. Interessierte, die Lust auf Geschichten haben, Fantasie und gute Laune mitbringen, sind willkommen.


Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, denn in der Schreibwerkstatt werden Tipps und Techniken vermittelt, wie man spannend schreibt, Figuren entwirft und eine packende Handlung entwickelt. Außerdem wird gerätselt, gespielt, gemalt und gelacht. Das Angebot wird gefördert durch das Programm „Schreibland NRW“.

Die Teilnahme kostet zehn Euro. Anmeldungen sind ab sofort unter www.stadtbibliothek-duisburg.de (im Bereich „Veranstaltungen“) möglich. Fragen beantwortet das Team der Bibliothek persönlich oder telefonisch unter 0203 283-7284. Die Bibliothek ist dienstags bis donnerstags von 10.30 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Achtsames Pilgern auf dem niederrheinischen Jakobsweg
Entschleunigung, den eigenen Gedanken Raum geben, die frische Luft genießen und neue Wege entdecken. Das ist es, was eine Gruppe um Ines Auffermann aus der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg Neudorf-West beim Pilgern regelmäßig entdeckt. Nun laden sie Interessierte ein, am Samstag, den 6. April 2024, einen weiteren Abschnitt des niederrheinischen Jakobsweges mitzugehen und ähnliche Erfahrungen zu machen.


Der Weg führt diesmal von Xanten nach Rheinberg. „Hier können wir die frische Luft genießen, manches aus einem neuen Blickwinkel betrachten und unseren Gedanken Raum geben“, sagt Ines Auffermann, die sich auf das gemeinsame Pilgern freut. Für die 21 km wird es eine Gehzeit von etwa fünf Stunden benötigen. Details gibt es über Ines Auffermann, über die auch Anmeldungen möglich sind (ines.auffermann@ekir.de). Informationen zur Gemeinde sind im Netz unter www.hochfeld-neudorf.de verfügbar.


Karfreitagsmusik in Salvator mit Musik von Mozart und Boccherini
Die diesjährige Karfreitagsmusik am 29. März um 17 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche bringt ein selten gehörtes Werk aus der Wiener Klassik zu Gehör: Luigi Boccherini, den die ganze Welt durch sein berühmtes "Menuett" kennt, schrieb 1781 ein delikates "Stabat mater" für fünf Streichinstrumente und Sopran-Solo. Das Werk basiert auf einer Marienklage aus dem 13. Jahrhundert, die auch viele andere Komponisten vertont haben. Das selten zu hörende Werk wird vom Ensemble "Les Essences" unter der Leitung seines ersten Geigers Önder Baloglu dargeboten, die Sopranistin ist Maria Portela Larisch.


Kirchenmusikdirektor Marcus Strümpe steuert zum Programm zwei gewichtige Orgelwerke von W.A. Mozart bei. Seine Fantasie in f-Moll und sein Andante für eine Orgelwalze gehören zu seinen letzten Kompositionen und zum Besten, was Mozart geschrieben hat. Der Eintritt zu dem einstündigen Konzert beträgt 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. Infos zur Duisburger Citykirche gibt es unter www.salvatorkirche.de.   
Mitglieder des Kammerorchesters „Les essences“ (Foto: https://lesessences.net).    


Ostern in den 13 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg
Die 13 Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Duisburg haben zu Ostern 63 Gottesdienste vorbereitet und laden herzlich zur Feier des ältesten und zugleich bedeutsamsten Festes der Christenheit ein. Vom nördlichen Marxloh bis nach Ungelsheim im Duisburger Süden werden in den Kirchen und Gemeindehäusern Andachten und besondere Gottesdienste gefeiert.


Allein am Gründonnerstag gibt es zehn Gottesdienste; an Karfreitag haben Gläubige die Wahl zwischen 17 Gottesdiensten. Am Samstag feiern viele Gemeinden die Osternacht mit Spätgottesdiensten; bei einigen kommen die Menschen nach den Gottesdiensten draußen an Osterfeuern zusammen. Am Ostersonntag sind viele Gottesdienste mit anschließendem Ostereiersuchen für Kinder oder einem Frühstück verbunden – beides hat in manchen Gemeinden eine lange Tradition.


Am Ostermontag feiern manche Gemeinden wiederum einen gemeinsamen zentralen Gottesdienst, und in der Hochfelder Pauluskirche wird der Gottesdienst um 15 Uhr auch in französischer Sprache gefeiert. Weitere Details zu allen Gottesdiensten finden Interessierte unter www.kirche-duisburg.de und auf den Internetseiten der einzelnen Gemeinden.


Anmeldungen zum Neudorfer Frühlingscafé ab jetzt möglich
Die Evangelische Kirchengemeinde Duisburg Neudorf-Ost freute sich im letzten Jahr über viele kleine und große Gäste, die zum ersten Frühlingscafé gekommen waren. Auch die Neuauflage am 4. Mai 2024 um 15 Uhr an der Wildstr. 31 soll ein voller Erfolg werden – wieder mit gemütlichen Stunden mit Kaffee, Kuchen, Frühlingsliedern mit Organistin Ada Tanir zum Mitsingen und Mitsummen, kurzweiligen Geschichten und einer Spiele- und Bastelecke für die Jüngsten. 


Anmeldungen sind nötig und ab sofort und bis 25. April 2024 im Gemeindebüro (Mobil: 0179 / 5050750 oder Mail: pfarrbuero.neudorf-ost@ekir.de) möglich.  Mehr Infos zur Gemeinde gibt es im Netz unter www.hochfeld-neudorf.de.    

Frühlingscafé 2023 an der Neudorfer Wildstraße (Foto: Mike Kim).



NRW: 45,2 Prozent der Bevölkerung mit Schulabschluss hatten 2022 das (Fach-)Abitur
Im Jahr 2022 besaßen in Nordrhein-Westfalen die meisten Menschen mit einem allgemeinen Schulabschluss die Hochschul- oder Fachhochschulreife (45,2  Prozent). Wie das Statistische Landesamt auf Basis endgültiger Ergebnisse des Mikrozensus 2022 weiter mitteilt, hatte etwa ein Viertel (24,9 Prozent) einen Realschul- oder einen gleichwertigen Abschluss, während 29,9 Prozent einen Hauptschulabschluss aufwiesen.


Bei den ab 65-Jährigen war der Hauptschulabschluss mit 56,8 Prozent der häufigste Abschluss Jüngere Altersjahrgänge verlassen die Schule häufiger mit höheren Abschlüssen als dies bei den Älteren der Fall gewesen ist: So hatten mit 64,2 Prozent nahezu zwei Drittel der 25-34-Jährigen mit Schulabschluss die (Fach-)Hochschulreife, während dies in der Altersgruppe ab 65-Jahren bei nur knapp einem Viertel (24,3 Prozent) der Fall war. Bei den ab 65-Jährigen war der Hauptschulabschluss mit 56,8 Prozent der häufigste Abschluss.


Bei den 25-34-Jährigen war der Anteil mit akademischem Abschluss mehr als doppelt so hoch wie bei den ab 65-Jährigen Die Entwicklung zu höheren Abschlüssen zeigt sich in NRW auch bei den beruflichen Bildungsabschlüssen. Insgesamt hatten in 2022 mit 59,1 Prozent die meisten Personen, die über einen beruflichen Abschluss verfügten, eine Lehre bzw. Berufsausbildung als höchsten Abschluss, 13,5 Prozent hatten einen Fachschulabschluss und 27,4 Prozent hatten einen akademischen Abschluss erlangt.


Bei den 25-34-Jährigen lag der Anteil mit akademischem Abschluss mit 39,4 Prozent deutlich höher als bei den ab 65-Jährigen (19,3 Prozent). Erwerbslose sind häufiger ohne formale Bildungsabschlüsse als Erwerbstätige Der formale Bildungsabschluss hat einen deutlichen Einfluss auf die Erwerbschancen.. So hatte im Jahr 2022 etwa jede achte erwerbslose Person (12,4 Prozent), die sich nicht mehr in schulischer Bildung befand, keinen Schulabschluss, bei den Erwerbstätigen betraf dies nur 4,6 Prozent.



Der Anteil der Erwerbslosen, die sich nicht mehr im Ausbildungssystem befanden und keinen beruflichen Abschluss hatten, lag sogar bei 43,4 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei den Erwerbstätigen (19,8 Prozent). Erwerbstätige mit einem Doktorgrad wiesen mit 22,4 Prozent den höchsten Anteil an Selbstständigen auf .

Die deutliche Mehrheit der Erwerbstätigen (91,4 Prozent) war 2022 abhängig beschäftigt, während etwa jeder zwölfte Erwerbstätige (8,3 Prozent) selbstständig tätig war. Erwerbstätige mit einem akademischen Abschluss waren zu einem größeren Anteil selbstständig (12,1 Prozent) als diejenigen mit einer Berufsausbildung oder Lehre (6,3 Prozent). Erwerbstätige mit einem Doktorgrad wiesen mit 22,4 Prozent den höchsten Anteil an Selbstständigen auf.






Wo Schmökern zur Lieblingsbeschäftigung gehört - Stand 22.03.2024
Neben Kenntnissen in Lesen und Schreiben als Notwendigkeit im Alltag spielen Bücher, Zeitschriften und Zeitungen trotz anhaltender Digitalisierung der Gesellschaft auch als Hobby immer noch eine wichtige Rolle. Laut einer aktuellen Erhebung im Rahmen der Statista Consumer Insights lesen beispielsweise 50 Prozent der Befragten in Südafrika und 49 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen in Spanien in ihrer Freizeit. In Deutschland ist Schmökern hingegen weniger beliebt, wie die Grafik zeigt. Hierzulande geben 41 Prozent der Teilnehmer:innen an der Umfrage an, Lesen als Hobby zu betreiben.


Damit liegt Deutschland im Vergleich mit den restlichen 20 untersuchten Ländern in der Mitte hinter Indien und auf einer Ebene mit Kanada. Sein deutschsprachiger Nachbar Österreich schneidet mit 44 Prozent besser ab, während in der Schweiz nur 38 Prozent der Befragten in ihrer Freizeit lesen. Die Schlusslichter der Erhebung bilden Südkorea und Japan mit 28 respektive 23 Prozent. Daten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zufolge ging der Umsatz mit Büchern in Deutschland 2022 im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent zurück.


Ein Grund dafür dürfte die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens durch das Zurückfahren der strengsten Corona-Maßnahmen sein. Abgesehen vom Corona-Jahr 2021 stiegen die Buchumsätze seit 2018 stetig, aber überschaubar an. Die Anzahl an Leser:innen hingegen nimmt seit 2012 kontinuierlich ab. Waren es 2012 noch etwa 37 Millionen, betrug die Zahl der Bücherfreund:innen im Jahr 2022 nur noch etwa 26 Millionen. Florian Zandt
Infografik: Wo Schmökern zur Lieblingsbeschäftigung gehört | Statista

DEUTSCHER BUCHMARKT - Welche Bücher machen den meisten Umsatz? 22.03.2024
2022 wurden in Deutschland rund 9,4 Milliarden Euro mit Büchern umgesetzt, teilweise deutlich mehr als mit Kinofilmen, Videostreaming und Spielesoftware. Obwohl es sich bei Büchern also um das mit Abstand älteste Unterhaltungsmedium handelt, ist dessen Relevanz hierzulande ungebrochen. Aber welche Segmente tragen wie viel zum Gesamtumsatz bei? Laut Daten des Branchenverbands Börsenverein des Deutschen Buchhandels entfielen 2022 knapp ein Drittel der Umsätze mit physischen Büchern auf Belletristik.


Dieses Segment lässt sich grob als Unterhaltungsliteratur zusammenfassen und enthält beispielsweise Veröffentlichungen aus den Bereichen Roman, Lyrik, Comics oder Manga, aber auch Geschenkbücher, Dauerkalender oder Postkartenbücher. An zweiter Stelle stehen Kinder- und Jugendbücher (18,5 Prozent), gefolgt von Ratgebern (13 Prozent) und Bücher für die Weiterbildung und Schule. (10,6 Prozent). Zum in der Grafik als Rest dargestellten Segment gehören unter anderem Fachbücher aus den Geistes- und Naturwissenschaften, Reise- und Sachbücher. Im Bereich der E-Books, für die der Börsenverein den Verkauf von Werken mit einem Mindestpreis von 49 Cent ohne Schul- und Fachbücher erfasst hat, entfallen beinahe 90 Prozent des Umsatzes auf die Belletristik.


Ratgeber und Sachbücher landen auf Platz zwei und drei, während digitale Reisebücher kaum einen Beitrag zum Umsatz mit E-Books leisten. Im ersten Halbjahr 2023 konstatiert der Branchenverband ein Umsatzplus von vier Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode, trotz zurückgegangenen Absatzzahlen. Dies lässt sich durch eine Preissteigerung für physische Bücher erklären, die im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 fast fünf Prozent, im Vergleich mit der selben Periode im Jahr 2019 knapp zehn Prozent beträgt.
Infografik: Welche Bücher machen den meisten Umsatz? | Statista

Leseratten: Eine gefährdete Spezies?
Trotz der Dominanz von Videospielen hinsichtlich der weltweiten Umsätze mit Medien ist der Buchmarkt immer noch relevant. 2021 wurden weltweit geschätzte 120 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Büchern und eBooks generiert, in Deutschland lag der Umsatz der Buchhändler im entsprechenden Jahr bei etwa 9,6 Milliarden Euro. Wie unsere Grafik zeigt, könnte der Buchmarkt allerdings ein Problem mit Nachwuchsleser:innen bekommen. Unseren Statista Consumer Insights zufolge haben nur rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer:innen, die der Gen Z angehören, in den zwölf Monaten vor der Befragung ein Buch gelesen.


Bei den befragten Baby Boomern betrug der Anteil nahezu 50 Prozent. Dafür sind die jüngeren Generationen offener für andere Darbietungsformen als das gedruckte Buch. E-Books wurden von 18 Prozent, Audiobooks von 12 Prozent der zwischen 1959 und 1964 Befragten konsumiert. Demgegebenüber stehen beispielsweise etwas mehr als ein Drittel der Millennials, die im vergangenen Jahr ein Audiobook gehört haben.

In Europa wurden im Jahr 2021 etwa 24 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Büchern über den stationären Handel, Versandbuchhandel, Internetbuchhandel und andere Vertriebswege generiert. Die Bundesrepublik war im entsprechenden Jahr für 41 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Umsätze 2022 allerdings um etwa zwei Prozent auf rund 9,4 Milliarden Euro.
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